Mein erstes eigenes Luftfahrzeug.
Mein erstes eigenes Luftfahrzeug.

Mein erster Kiebitz-Doppeldecker

Ich erwerbe 1995 im 64. Lebensjahr nun endlich ein Doppeldecker-Flugzeug. Zeitlebens beschäftigte ich mich im landwirtschaftlichen Betrieb mit großer Technik in der Natur. Nun im Ruhestand sollte es dann kleinere Technik, aber auch die Natur sein. Im inzwischen 70. Lebensjahr stellt sich oft die Frage, weshalb in diesem Alter gerade ein offenes Doppeldecker-Flugzeug?

1. Die jahrelange Faszination des Doppeldeckers selbst zu erleben.

2. Das Fliegen in offener Kabine und den vorbeistreichenden Wind an den Wangen zu erleben.

3. Das bessere Verhältnis, Natur zwischen Himmel und Erde erleben zu können.

Es beginnen nun meine Flüge zur Luftbilddokumentation, das Schreiben von Büchern, Fotoausstellungen und Diavorträge zu gleichen Themen.

 

 

 

 

Mein alter Kiebitz B mit Rotax 912 Motor, 4. Zylinder Boxer mit 80PS am Rapsfeld.
Mein alter Kiebitz B mit Rotax 912 Motor, 4. Zylinder Boxer mit 80PS am Rapsfeld.

Boeing Stearman Bj 1942 mein ehemaliges Flugzeug.
Boeing Stearman Bj 1942 mein ehemaliges Flugzeug.

Boeing Stearman


1999-Erwerb eines zweiten Doppeldecker-Flugzeuges Typ Boeing Stearman. Ein Doppeldecker der besonderen Art. Dieser Typ Stearman, in den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts entwickelt, wurde, nachdem Amerika 1941 gegen Deutschland in den Krieg eintrat, von Boeing bis Kriegsende in großen Stückzahlen (etwa 15.000) gebaut, ein Schulflugzeug künftiger Jagd- und Bomberpiloten.

Aufgrund des schmalen und hohen Fahrgestells, des schweren Sternmotors, des in der oberen Tragfläche befindlichen Tanks und des nicht gesteuerten Spornrades, verlangte dieser Doppeldecker zu Landungen höchstes Können und Konzentration des Piloten.

Es hieß, wer diesen Trainer im Griff hatte, konnte dann schließlich alle Kriegsflugzeuge beherrschen. Auch dieses Fluggerät wurde nach Kriegsende 1945 wie alle weiteren Kriegsgeräte vernichtet. Nur wenige Einzelstücke blieben von der Vernichtung verschont. Dieses in England stationierte Flugzeug mit der Kennung G-THEA, als Model PT-13 in den Farben der U.S. Navy zugelassen, blieb erhalten.

In der Folge kurz die historisch interessante Lebensgeschichte:

1. Nach dem Krieg in England zivil (Sprühflugzeug) zugelassen.

2. 1963 nach Israel überführt und als Trainer der Israel Air Force eingesetzt. Das Flugzeug diente an der Ben Gurion Airbase als Trainer in der israelischen Luftwaffe auch zum damaligen Sechstagekrieg unter der Kennung 4xIAMT.

3. 1973 von der Gesellschaft Keenair (England) erworben und im Fluge am 08.03.1973 am Flugplatz Liverpool angekommen. Eine Lebenslaufakte mit allen Spuren einer früheren Existenz bis zu diesem Zeitpunkt sind vor der Ausführung vom israelischen Geheimdienst, dem Bericht des C.A.A.-Ben Gurion-Airport mit allen detaillierten Daten zurückgehalten oder gar vernichtet worden. Die Registrierung erlosch im März 1973.

4. 1976 nach einigen Jahren des Stillstandes, vollständig überholt und in prächtige U.S.Army-Lackierung versetzt. Der Doppeldecker war auf Lindsey´s Landebahn bei Sutton Bridge im Königreich stationiert und seitdem eine bekannte Sehenswürdigkeit unter der Kennung G-BAVN.

5. 13. Oktober 1984. Die Maschine wurde im Fluge nach Schweden zum Flugplatz Bromma/ Stockholm überführt, wonach die englische Registrierung gelöscht wurde.

6. Der neue Besitzer lässt den Doppeldecker über einen Zeitraum von sieben Jahren von Grund auf mit Originalteilen restaurieren und unter der schwedischen Kennung SE-AMT zulassen.

7. August 1999. Hans Bertram erwirbt eine Boeing Stearman und überführt sie im Fluge mit einem erfahrenen Piloten zum Flugplatz Braunschweig.

Nun hieß es zunächst intensiv trainieren. Ich erlange die Kunstflugberechtigung. Einen den Typ beherrschenden Kunstfluglehrer konnte ich nicht ausfindig machen, daher mache ich Eigenkunstflugtraining, bis ich die für den Typ zugelassenen Figuren beherrsche. Damit beginnt ein neun Jahre andauerndes Air-Show-Fliegen zu vielen bedeutenden Flugveranstaltungen im Gebiet der Bundesrepublik, beginnend mit den internationalen Flugtagen in Stendal und Magdeburg über Flugplatz- und Jubiläumsveranstaltungen in Hamburg und Dresden bis zu regionalen Flug-Shows jeglicher Art. Immer war es ein unbeschreibliches Gefühl, nach dem Schieben des Powerhebels bis zum Anschlag das Dröhnen und Vibrieren des schweren Sternmotors über die Zelle, den Sitz und die Bedienhebel zu spüren, ein schweres Fluggerät, sehr teuer und aufwendig in der Pflege und Unterhaltung. Daher hatte ich mich nach fast zehn Jahren der Air-Show-Fliegerei von meinem schönen Flieger getrennt. Das Flugzeug ging nach Rendsburg zu einem neuen Boeing Stearman Liebhaber.

 

Boeing Stearman.
Boeing Stearman.

Mein drittes Flugzeug Tecnam P96.
Mein drittes Flugzeug Tecnam P96.

Tecnam P96

 

Im Besitz meiner zwei Doppeldecker, dem Kiebitz und der Boeing Stearman, war ich nie in der Lage, größere Formations-Ausflüge zu unternehmen.

Dafür war der Kiebitz zu langsam und die Boeing Stearman zu teuer. Daher entschloss ich mich nach nahezu zehn Jahren den Air-Show-Flieger Boeing Stearman durch ein für meine Ideale schönes Ultraleichtflugzeug zu ersetzen.

Nach anderthalb Jahren der Testflüge, entschied ich mich im Juni 2006 für den Kauf einer Tecnam P96 S100. Von der Optik sollte es ein sportlicher Tiefdecker sein. Diese Voraussetzung war mit der P96 gegeben: ein Ganzmetallflugzeug, 100 PS Rotax-Motor, gute Bodensicht vor den Flächen nach unten, gute Rundumsicht mit nach hinten zu öffnender schiebbarer Kanzel, variable Kanzelöffnung bei hohen Außentemperaturen, verschiebbare Sitze mit großem Gepäckstauraum hinter den Sitzen und gut zugängliche Flächentanks.

Das Fluggerät ist zugelassen unter der Kennung D-MELT und ist bislang 800 Stunden ohne jegliche Störung geflogen.

Zu den längeren Flügen zählten bislang die nach Marokko, England und Jalta(Ukraine).

 

Tecnam P 96
Tecnam P 96

Mein Aktueller Kiebitz mit UL Power Motor auf meinem Flugfeld in WOB.
Mein Aktueller Kiebitz mit UL Power Motor auf meinem Flugfeld in WOB.

Kiebitz


Neues Fluggerät, neue Perspektiven, Ideen und Erlebnisse.

Trennung auch vom alten Kiebitz-Doppeldecker und Auftrag zum Bau eines neuen Ultraleicht-Kiebitz-Doppeldeckers, der im Juni 2008 übergeben wurde.

Ausgestattet mit UL Power 260i Motor

Hubraum: 2592

Leistung: 97 PS bei 3300 U/min

4 Takt, 4 Zylinder, Boxer

Elektronische Multipoint-Kraftstoff-Einspritzung

Direkter Propeller-Antrieb

 

Ein Flugzeug bestens geeignet und findet Verwendung:

1. Zur Luftfotografie, zur Erstellung einer Luftbilddokumentation der Stadt Wolfsburg und darüber hinaus.

2. Zur Erstellung meiner Bücher, Filme und Diavorträge der Region.

3. Zu Umweltbeobachtungsflügen.

4. Erlebnisflüge und Gästerundflüge.

Zum Punkt Erlebnisflüge gehört es nicht, schnell von A nach B zu gelangen, sondern im Langsamflug sitzend im offenen Cockpit, die schöne und wechselvolle Landschaft unter sich dahinziehen zu sehen. Das ist die hautnahe Verbindung mit dem Umfeld und immer aufs Neue das exklusive Gefühl eine Rarität zu steuern. So ist es das Erlebnis in kleiner Formation unter gleichgesinnten Piloten, Europa zu durchfliegen, dabei auch auf kleinsten Pisten landen zu können und von vielen Zaungästen beneidet zu werden.

 

Mein Kiebitz noch mit der alten Kennung.
Mein Kiebitz noch mit der alten Kennung.